Gedenken in Zernitz – Erinnerung an die Opfer vom 16. April 1945
„Es sei eine ewige Mahnung für die Lebenden und die künftigen Generationen.“
Am 16. April 1945 ereignete sich in Zernitz ein tragisches Kapitel der regionalen Geschichte, das bis heute mahnt und erinnert werden muss. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges wurde ein Zug mit jüdischen Häftlingen, die zuvor aus dem Konzentrationslager Bergen-Belsen deportiert worden waren, in der Nähe des Bahnhofs Zernitz von alliierten Tieffliegern angegriffen.
Bei diesem Angriff kamen 48 Menschen ums Leben. Die Häftlinge stammten überwiegend aus Ungarn und befanden sich auf dem Transport in Richtung Theresienstadt. Die Opfer wurden unmittelbar vor Ort beigesetzt. Heute erinnert eine Gedenkstätte am ehemaligen Bahnhof sowie der sogenannte Judenfriedhof in Zernitz an ihr Schicksal. Auch in diesem Jahr wurde im Rahmen einer kleinen und würdevollen Gedenkveranstaltung der Opfer gedacht. Amtsdirektor, ehrenamtliche Bürgermeisterin und Pfarrer sowie Bürgerinnen kamen zusammen, um innezuhalten und ein Zeichen des Erinnerns zu setzen. Traditionell wurden dabei Steine niedergelegt – ein stilles Symbol des Respekts und des Gedenkens.
Gerade in der heutigen Zeit ist es von besonderer Bedeutung, die Erinnerung wachzuhalten und die Geschehnisse nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Die Gedenkstätte in Zernitz mahnt uns, Verantwortung für die Vergangenheit zu übernehmen und für Menschlichkeit und Frieden einzustehen.
Andreas Schumacher
Amtsdirektor
Amt Neustadt (Dosse)
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